Wie erkenne ich Arthrose oder Gelenkprobleme beim Hund?

Arthrose und andere Gelenkprobleme sind bei älteren Hunden weit verbreitet und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Es ist wichtig, Anzeichen frühzeitig zu erkennen, um eine geeignete Behandlung einzuleiten. Da Hunde Schmerzen oder Unbehagen nicht direkt ausdrücken können, zeigen sie häufig bestimmte Verhaltensänderungen, die auf Gelenkbeschwerden hinweisen.

Im Folgenden sind typische Anzeichen beschrieben, an denen sich Arthrose oder andere Gelenkprobleme erkennen lassen:


1. Veränderungen im Bewegungsverhalten

Humpeln oder Lahmheit: Ein deutliches Anzeichen für Gelenkprobleme ist Humpeln, das besonders nach Aktivität oder morgens nach dem Aufstehen auffällt.

Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Hinsetzen: Viele Hunde werden langsamer und haben Mühe, sich hinzulegen oder aufzustehen. Häufig stützen sie sich ab oder zeigen eine vorsichtige, angespannte Haltung.

Steifheit: Nach Ruhephasen oder längerem Liegen kann der Bewegungsablauf steif wirken. Dies zeigt sich oft in einer abwehrenden Haltung oder einem langsamen, unsicheren Gang.

Vermeidung bestimmter Bewegungen: Wird Treppensteigen, Springen oder Spielen vermieden, kann dies auf Schmerzen in den Gelenken hinweisen.

2. Veränderungen im Gangbild

Unregelmäßiger Gang: Ein veränderter, asymmetrischer Bewegungsablauf – etwa Lahmen auf einer Seite – kann auf Schmerzen oder Instabilität hindeuten.

Wankender Gang: Ein unsicherer, schwankender Gang tritt häufig bei älteren Hunden mit Arthrose auf und deutet auf verminderte Stabilität hin.

3. Reduzierte Aktivität und Appetitlosigkeit

Geringeres Interesse an Aktivitäten: Wenn gewohnte Aktivitäten wie Laufen, Spielen oder Spazierengehen gemieden werden, kann dies auf Schmerzen oder Unwohlsein hinweisen.

Verkürzte Spaziergänge oder Spielverweigerung: Manche Hunde beenden Spaziergänge früher oder meiden körperliche Anstrengung wie das Treppensteigen oder Springen.

Verändertes Schlafverhalten: Gelenkschmerzen können zu Schlafstörungen führen. Viele Hunde schlafen mehr oder bevorzugen bestimmte Liegepositionen, um betroffene Gelenke zu entlasten.


4. Veränderungen in der Körperhaltung

Schwanz- und Körperhaltung: Hunde mit Arthrose halten den Schwanz häufig tiefer und zeigen insgesamt eine steifere Körperhaltung.

Kopf- oder Nackenhaltung: Eine schiefe Kopfhaltung oder Schwierigkeiten beim Anheben des Kopfes können auf Schmerzen im Nacken- oder Schulterbereich hinweisen.


5. Veränderungen im Verhalten und in der Stimmung

Unruhe oder Reizbarkeit: Schmerzbedingte Unruhe oder Gereiztheit ist häufig. Manche Hunde lecken oder knabbern verstärkt an schmerzenden Gelenken.

Aggressives Verhalten: Berührungen an schmerzempfindlichen Stellen können zu Abwehrreaktionen oder Aggression führen.

6. Körperliche Anzeichen

Schwellungen: Entzündungen an den Gelenken können zu sichtbaren Schwellungen oder Verdickungen führen.

Muskelabbau (Atrophie): Wird ein Gelenk aufgrund von Schmerzen weniger belastet, kann die Muskulatur in diesem Bereich schwächer werden, insbesondere an den Hinterbeinen oder der Hüfte.

7. Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten

Probleme beim Treppensteigen oder Springen: Gelenkschmerzen erschweren oft das Springen auf Möbel oder das Bewältigen von Treppen.

Erschwertes Drehen oder Hinlegen: Manche Hunde haben Mühe, sich im Liegen zu drehen oder eine bequeme Position zu finden.

8. Geräusche aus den Gelenken

Knistern oder Knacken: Knirschende oder knackende Geräusche beim Bewegen können auf abgenutzte Gelenkflächen hinweisen und treten häufig im Zusammenhang mit Arthrose auf.

Unterstützung und Behandlungsmöglichkeiten

Schmerzlinderung und Entzündungshemmung: Tierärztinnen und Tierärzte können Schmerzmittel, Entzündungshemmer oder Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Glucosamin, Chondroitin) verordnen, um die Gelenkgesundheit zu unterstützen.

Gelenkstützende Maßnahmen: Orthopädische Hundebetten, Rampen und Treppen helfen, die Gelenke zu entlasten und den Alltag zu erleichtern.

Moderate Bewegung: Sanfte, regelmäßige Bewegung – etwa Spaziergänge oder Schwimmen – erhält die Muskulatur und schont die Gelenke.

Gewichtsmanagement: Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich; daher ist eine angepasste Ernährung und Gewichtskontrolle entscheidend.

Regelmäßige tierärztliche Kontrolle: Eine kontinuierliche Beobachtung durch die Tierärztin oder den Tierarzt ermöglicht es, den Verlauf der Arthrose zu überwachen und rechtzeitig therapeutisch einzugreifen.

Physiotherapie: Ergänzende physiotherapeutische Maßnahmen können die Beweglichkeit verbessern und Schmerzen lindern.

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