
Zahnschmerzen oder Zahnfleischerkrankungen (wie Gingivitis oder Parodontitis) sind bei Hunden leider sehr verbreitet, da viele Hunde nicht regelmäßig ihre Zähne geputzt bekommen. Da Hunde Schmerzen nicht so direkt äußern wie Menschen, ist es wichtig, auf bestimmte Anzeichen zu achten. Hier sind die häufigsten Symptome, die auf Zahnschmerzen oder Zahnprobleme hinweisen können:
Veränderungen beim Fressen
Schwierigkeiten beim Kauen: Der Hund kaut nur auf einer Seite oder verweigert hartes Futter. Er könnte weicheres oder feuchtes Futter bevorzugen, weil es weniger schmerzhaft ist.
Fressverweigerung: Zahnschmerzen können dazu führen, dass der Hund sein Futter ablehnt oder nur ungern frisst.
Sabbern oder Speichelfluss: Übermäßiges Sabbern kann ein Zeichen für Zahnschmerzen oder Zahnfleischerkrankungen sein, besonders wenn es mit einer Veränderung der Fressgewohnheiten einhergeht.
Mundgeruch (Foetor ex ore)
Ein unangenehmer, fauliger oder übelriechender Atem kann auf Zahnfleischerkrankungen oder Karies hinweisen. Dies tritt oft auf, wenn sich Bakterien im Mundbereich angesammelt haben, was zu einer schlechten Mundhygiene führt.
Veränderungen beim Verhalten
Reizbarkeit oder Aggression: Beim Versuch, das Maul eines Hundes zu untersuchen oder Manipulationen an den Zähnen vorzunehmen, kann dieser gereizt oder aggressiv reagieren, um Schmerzen zu vermeiden.
Rückzug: Der Hund zieht sich möglicherweise mehr zurück, ist weniger verspielt oder weniger aktiv als üblich, da Zahnschmerzen oder Entzündungen ihn belasten.
Zahnfleischveränderungen
Rotes oder geschwollenes Zahnfleisch: Entzündetes Zahnfleisch, das gerötet und geschwollen ist, ist ein deutliches Anzeichen für Gingivitis (Zahnfleischentzündung).
Blutendes Zahnfleisch: Wenn das Zahnfleisch blutet, besonders nach dem Kauen oder Zähneputzen, kann das auf Zahnfleischerkrankungen hinweisen.
Zahnfleisch, das sich von den Zähnen zurückzieht: Dies ist ein Zeichen für fortschreitende Parodontitis (Entzündung der Zahnhalteapparates), bei der das Zahnfleisch sich vom Zahn entfernt.
Veränderungen der Zähne
Verfärbte Zähne: Braune oder gelbe Ablagerungen, besonders am Zahnhals, sind häufig Anzeichen für Zahnsteinbildung und können auf Zahngingivitis oder Parodontitis hinweisen.
Lockere Zähne: Lockere oder fehlende Zähne sind häufig ein Hinweis auf eine fortgeschrittene Zahnfleischerkrankung.
Zähne brechen oder fallen aus: Ein Abbrechen von Zähnen kann auf eine fortgeschrittene Entzündung oder eine andere Zahnerkrankung hinweisen.
Ungewöhnliche Kieferbewegungen
Schwierigkeiten beim Öffnen des Mauls: Der Hund könnte Schwierigkeiten haben, den Mund zu öffnen, was oft auf eine schmerzhafte Entzündung oder eine Zahnabszesse hinweist.
Kieferkrämpfe oder unregelmäßiges Kauen: Eine verminderte Kaubewegung oder ein schiefes Kauen auf der einen Seite des Mundes können auf Zahnprobleme hinweisen.
Häufiges Lecken oder Kratzen an der Schnauze
Der Hund leckt möglicherweise ständig an seiner Schnauze oder kratzt mit den Pfoten an seiner Mundregion, um den Schmerz zu lindern oder den Fokus auf den Mundbereich zu lenken.
Abnormales Verhalten nach Zahnbehandlungen
Mundgeräusche: Bestehen nach einer Zahnentfernung oder Zahnbehandlung weiterhin Schwierigkeiten beim Kauen, kann dies auf Komplikationen oder eine unvollständige Heilung hindeuten.
Starker Speichelfluss: Nach einer Zahnentfernung oder bei Zahnfleischproblemen könnte übermäßiges Sabbern auftreten, was oft mit Entzündungen zusammenhängt.
Was tun?
Mund inspizieren: Der Mund des Hundes sollte regelmäßig kontrolliert werden, insbesondere bei Hunden mit einer erhöhten Neigung zu Zahnproblemen. Dabei ist auf auffällige Veränderungen wie Rötungen, Schwellungen, Verfärbungen oder lockere Zähne zu achten.
Zähne putzen: Zahnprobleme können durch regelmäßiges Zähneputzen reduziert werden. Verwende spezielle Hundezahnbürsten und -zahnpasta. Nie menschliche Zahnpasta!
Zahnpflegeprodukte: Zahnpflege-Kauartikel oder spezielle Leckerlis können ebenfalls helfen, die Zähne sauber zu halten und Zahnsteinbildung zu verhindern.
Tierarztbesuch: Werden Anzeichen von Zahnschmerzen oder Zahnfleischerkrankungen festgestellt, sollte zeitnah eine tierärztliche Untersuchung erfolgen. Der Tierarzt kann eine gründliche Untersuchung durchführen, eine professionelle Zahnreinigung vornehmen und bei Bedarf notwendige Behandlungen wie Zahnextraktionen durchführen.
